Startseite            Termine & Info's           Leben im Verein            Vereinsgaststätte       



1


 

90 Jahre Kleingartenanlage

" Am Rollberg" e.V.

 

Die Gründung des Vereins und seine Entwicklung zur Kleingartenanlage

bis zum Untergang des Dritten Reiches (1917 - 1945)

 

Etwa 1913 begannen Polizisten, sich auf der Fläche unserer heutigen Kleingartenanlage anzusiedeln. Die bereits vereinzelt vorhandenen bebauten Parzellen schlossen sich im Laufe der Jahre dieser Gemeinschaft an.

 

 

 

1917


 

Gründung des " Gemeinnützigen Siedlungsvereins Daheim".

Erster Vorsitzender des Vereins war Herr Fuhrmann

Der Gemeinnützige Siedlungsverein Daheim e.G.m.b.H. - gegründet vom Reichsverband der Polizeibeamten Deutschlands - pachtete nach Aktenlage 46 Morgen Land von der Evangelischen Kirchengemeinde zu Berlin-Rosenthal.

 
__________
 

1917

 

 

 

Erstellung der ersten Satzung vom November

 

Mit einem Schreiben vom 22. November an die Gemeinde-Kirchenrat zu Berlin-Rosenthal bekundet  der Gemeinnützige Siedlungsverein "Daheim" seine Absicht, das bisher gepachtete Gelände käuflich zu erwerben.

 

Das Kaufgesuch soll künftigen Siedlungszwecken bzw. der Errichtung von Eigenheimen für die Groß-Berliner Polizeibeamten dienen. Gedacht wird zu dieser Zeit an den Kauf des "ganzen in Rosenthal gelegenen, aber mindestens an das 46 Morgen große, links der Chaussee nach Blankenfelde gelegene Gelände."

Zum Kaufpreis wird erwähnt:" die gegenwärtige Wohnungsnot und den gemeinnützigen Zweck berücksichtigend sind wir (der Antragsteller!) bereit, den Preis von 6000,00 Mark für den Morgen zu Zahlen."

 


__________
 

1919

 

Gründung des Vereins "Bergeshöh"e.V. Vorsitzender ist Herr Gustav Schmidt.


Seit 1919 ist die Parzelle 17 (heute Cupetiussteinweg) gepachtet von der Familie Eick / Wiworra jetzt Föhlimer.

 
 
__________
 
1920
 

Unser Pachtland mit Eigentümer (Evangelische Kirchengemeinde zu Berlin-Rosenthal) wird in die Stadt Berlin eingemeindet, bis 1919 gehörte dieser Teil noch zur Mark Brandenburg.

 
 
  Eintragung der Satzung des Vereins und eines Nachtrages, beschlossen in der 1. ordentlichen Generalversammlung am 15. März 1920, im Vereinsregister des Amtsgericht Berlin-Mitte, Abt. 88 unter dem Datum 29. Juni 1920.
 

__________

   
1921 

 

Der Gemeindekirchenrat von Berlin-Rosenthal beschließt in seiner Sitzung vom 07. Januar den Geländeverkauf an die Gemeinnützige Siedlungsverein "Daheim".

Vorgesehen ist der Verkauf von 43 Morgen von der im Grundbuch verzeichneten Parzelle 477/10, Band V, Blatt 140, Artikel Nr. 26 zum Preis von 9000,00 M pro Morgen.

Im Norden wird das Grundstück begrenzt von der Chaussee Nordend-Blankenfelde, im Osten von dem Geländer der Siedlungsgenossenschaft "Eigenheim", im Westen von der Stadtgemeinde Berlin. Die südliche Grenze wird sich durch die katasteramtliche Aufmessung ergeben.

__________

   
1922 
 

Der Kauf kommt trotz jahrelangen regen Schrift- und Verhandlungsverkehr nicht zustande. Er scheitert zuerst an den ständig wachsenden Kaufpreisforderungen und schließlich an baurechtlichen Bestimmungen hinsichtlich der Nutzung einzelner Gebäudeteile.

Am 06. Juli erteilt der Gemeinnützige Siedlungsverein "Daheim" , gestützt auf ein Gutachten des staatlich vereidigten Landvermesser Jaoquin die Kaufabsage, verbunden mit einem gleichzeitigen Angebot zum Kauf einer Teilfläche bei einem Abgesenkten Kaufpreis.

__________

 

    1923



Der Gemeindekirchenrat kündigt daraufhin den bestehenden, ohnehin befristeten Pachtvertrag mit dem gemeinnützigen Siedlungsverein "Daheim" und erwirkt erfolgreich eine Räumungsklage vor dem Kleingarten-Schiedsgericht des Verwaltungsbezirks.

In einer schriftlichen Mitteilung vom 30. Juni bietet er aber an, für einen Teil der Fläche einen neuen Pachtvertrag (bei höherem Pachtzins) abzuschließen und für den Rest des Geländes die Teilnahme an einem öffentlichen Bietungsverfahren auf dem Versteigerungswegs zu ermöglichen.

Von den Unstimmigkeiten zwischen der Kirchengemeinde Berlin-Rosenthal und dem Gemeinnützigen Siedlungsverein "Daheim" erhalten auch weitere Interessenten Kenntnis!

Es liegt ein Schreiben der "BERLINER LANDPACHT-GENOSSENSCHAFT" e.G.mbH vom 23. Mai an Herrn Pfarrer Schönwald mit den Wortlaut vor:

"Wie uns von unseren Mitgliedern mitgeteilt wird, besitzen Sie rechts und links der Blankenfelder-Chaussee ein ca. 99 Morgen großes Grundstück, welches sich sehr gut zur kleingärtnerischen Nutzung eignet und bereits zum Teil mit Kleingärtnern besetzt ist. Wir fragen höflichst an, ob Sie gewillt sind, mit uns über das betreffende Gelände einen Pachtvertrag zu tätigen und (....)

Weiter heißt es: "Die Berliner-Landpacht-Genossenschaft ist ein als gemeinnützig anerkanntes Unternehmen zur Förderung des Kleingartenwesens und demzufolge berechtigt Land zu pachten und an Unterpächter weiterzuverpachten."

Der Streit wird schließlich beigelegt !!!                                                           

 

Durch ein Schreiben vom 22. Juni an den Gemeindekirchenrat teilt der gemeinnützige Siedlungsverein "Daheim" sein Einverständnis für den Abschluss eines neuen Pachtvertrages (mit höherem Pachtzins) mit.

Wörtlich heißt es weiter "Wir gestatten uns jedoch der Hoffung hinzugeben, dass Sie uns zu denselben Bedingungen auch das links der Chaussee (Rollbergseite) gelegene Gelände für unsere dortigen Kolonisten in weiterer Pacht belassen werden"

__________

 

    1924 

Der Magistrat von Berlin, Abt. Städtebau, bestätigt am 10. Dezember diesen Jahres.:

"Wir haben den Provinzialverband Gross Berlin sofort zum Abschluss der Pachtverträge über die Gelände der Kolonien "Daheim" (2 Pfennig pro Meter²) und "Bergeshöh" (1,4 Pfennig pro Meter²) aufgefordert und ihm aufgegeben, bis zum 10. Januar 1925 hierher über das Ergebnis zu berichten. Die Kolonie "Daheim" besetzte eine Fläche von 237429 Meter² (93 Morgen), die Kolonie "Bergeshöh" eine Fläche von 35742 Meter² (14 Morgen)."

 

 
Anmerkung;

Hier wird anscheint mit dem Preußischen Morgen (2553,22 Meter²) gerechnet, dieser wurde aber 1896 durch den Metrischen Morgen (2500 Meter²) abgelöst.

 

__________

  1927  

14. April

Annahme der Satzung des Pflanzvereins "Daheim"e.V.

Vorsitzender ist Herr Heinrich Bock.

__________

    1929 
 

Am 6. Januar beschließt der Pflanzverein "Daheim"e.V. eine neue Satzung.

Vorsitzender des Vereins ist Herr Wilhelm Schwoch.

__________

 
 

 

Die Stadt Berlin, Bezirksamt Pankow teilt Ende des Jahres der Kirchengemeinde Berlin-Rosenthal mit, dass im Frühjahr 1930 mit dem Bau des Entwässerungsgrabens von der Panke zum Tegler See (Nordgraben) auf Pankower Gebiet begonnen werden soll. Bis dahin wird die Räumung einer Anzahl von Kleingartenparzellen an der Industriebahn in Rosenthal erforderlich.

Die Kleingartengemeinde Berlin-Rosenthal wird gebeten, die betreffenden Parzellen zu kündigen. Die Anlage "Daheim" ist hiervon nicht betroffen.

 

 

__________

    1930 
   

Die Kirchengemeinde Berlin-Rosenthal erteilt auf Anfrage einer Firma Rogge die Genehmigung zur Errichtung einer elektrischen Anlage für die Lauben des Geländes.

 

__________

    1932 
 

Die dem "BEZIRKSVERBAND PANKOW E.V." (Norden II), Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands, Provinzialverband Groß-Berlin angeschlossenen Kleingartenvereine "Daheim", Bergeshöh" und "Schönwald" beantragen die Absperrung des Weges zwischen Blankenfelder Chaussee (heute Dietzgenstraße) und der Schönhauser Straße für den öffentlichen Fahrzeugverkehr.

In einem Schreiben dieses Verbandes an den Gemeindekirchenrat Berlin-Rosenthal wird als Begründung dargestellt: "Wir haben im Laufe der Zeit festgestellt , dass tatsächlich ein großer Teil der Fuhrwerke, darunter schwere Lastfuhrwerke, diesen Weg benutzen und ihn dadurch unpassierbar machen. Die Vereine haben bisher hunderte von Mark aufgewendet, um ihn einigermaßen fahrbar zu gestalten. Wir haben daher als Bezirksverband nichts gegen die Absperrung einzuwenden, bitten Sie jedoch, uns mitteilen zu wollen, ob Ihrerseits irgendwelche Bedenken bestehen."

Das Thema Hauptweg beschäftigt uns auch noch heute !!!

__________

    1933 


Bildung des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e.V. auf dem Kleingärtnertag in Nürnberg.

 
 
  Auf Anordnung der Reichsleitung der NSDAP werden die demokratischen Strukturen im Kleingartenwesen abgeschafft.
 
Und die Restruktionen gehen weiter!

Es wird eine Verfügung erlassen, wonach sämtliche Kleingärtner einer Vereinsgruppe des Reichsbundes angeschlossen sein müssen.

 

 

- eine Folge: 

Pfarrer Günther Schönwald wird per Schreiben vom 31. Oktober des Vereinsführers der Gruppe Bayern auf diese Verfügung aufmerksam gemacht und gebeten, "die Liste der 10 neu hinzugestossenen Pächter des Blocks B der Abteilung Schönwald zu übermitteln."
 

__________

  1934 


"Der Gemeindekirchenrat Berlin-Rosenthal", -- so schreibt er, --" hat gegen die Anbringung elektrischer Beleuchtungsanlagen auf dem Pachtgelände des Vereins "Daheim" nichts einzuwenden." ... 

-- gez. Berlin-Rosenthal,

 

__________




 

Unstimmigkeiten aber bei der Auftragsvergabe "zur Errichtung von Elektrizitätsanlagen für die Kolonien "Daheim" und "Eidechsenberge" führen schon bald zum unmissverständlichen Einspruch der nunmehr zuständigen "Stadtgruppe Pankow der Kleingärtner"

 

__________

 
 

Zitat am 14 Februar wird die Satzung der Vereinsgruppe "Bayern" e.V., angeschlossen der Stadtgruppe Pankow der Kleingärtner, eingerichtet.

 

__________

  

21. Februar

 

In einen Schreiben vom 21. Februar an Pfarrer Schönwald wird geschrieben, da heißt es:

"Wir bemerken, dass wir als Pächter und Verwalter des Geländers in erster Linie davon unterrichtet sein müssten, ob irgendwelche baulichen Ausführungen auf dem Kolonien ausgeführt werden, für die allein wir die Verantwortung tragen müssen.

Wir, als die verantwortlichen Führer der Stadtgruppe, können diesen Zustand unter keinen Umständen billigen oder dulden, und haben im Einverständnis mit dem zuständigen Vereinsgruppenführer, dieses bevollmächtigt, sämtliche Verträge in Bezug auf Anlagen von elektrischem Licht zu annullieren."

Pfarrer Schönwald, als Vertreter des Gemeindekirchenrates, antwortet umgehend, dass er nach Gewissen handelte, in der Annahme mit berechtigten Antragstellern korrespondiert zu haben, die betreffende Genehmigung erteilte.

 

__________

 
 

ein weiterer deutlicher Schritt!!!

Der Stadtgruppenführer der Stadtgruppe Pankow der Kleingärtner in Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e.V. beauftragt und Bevollmächtigt den Führer der Vereinsgruppe "Bayern", die in seiner Vereinsgruppe zusammengeschlossenen, noch im Vereinsregister eingetragenen Kleingartenvereine aufzulösen, das Vermögen dieser Vereine in die Vereinsgruppen zu übernehmen und die von ihm geführte Vereinsgruppe neu im Vereinsregister eintragen zu lassen.

 

 

 

__________

12. Juli 
12.6 Mit amtlicher Bestätigung vom Polizeipräsidenten, Staatpolizeistelle für den Staatspolizeibezirk Berlin "liegen gegen die Neueintragungen keine Bedenken vor." Die Registrierakten werden an das Amtsgericht, Abt. 94, Berlin-Charlottenburg zurückgesandt.

Das bedeutet:

 

Der Verein "Daheim" verliert seine Selbstständigkeit, öffentlich tritt nun die Vereinsgruppe "Bayern" auf.

Zu ihr gehörten : die Kolonien

Daheim,

Bergeshöh,

Schönwald,

Eidechsenberge  und auch

Friedhofsgelände.


 

__________

 
 

Als Vereinsgruppenführer leitete bis zum Jahre 1939 Parteigenosse             Walter H e m p e l, Mitglied der NSDAP, aus der Kolonie Daheim, die Vereinsgruppe Bayern.

Der Verein war streng nach dem Führerprinzip organisiert! Der Vereinsgruppenführer ist alleiniger Vorstand im Sinne § 26 BGB und wurde von zuständigen Stadtführer der Kleingärtner auf unbestimmte Zeit berufen. Er hatte eine fast unbegrenzte Macht fülle. So konnte er nach eigenen Ermessen sogar die Satzung ändern. Mitgliederversammlungen wurden von ihm nur einberufen, wenn er es für notwendig hielt. Die Mitglieder hatten nur eine beratende Funktion.

 

__________

    1934
 

Baubeginn des Nordgrabens

 

__________

  1936  
Bau der 1. Wasserleitung und Anschluss der KGA an das öffentliche Wasserleitungsnetz.
 
__________
1939     
1939  
Am 26. Juni Wird die Satzung der Kleingärtnervereinsgruppe "Bayern" der "Stadtgruppe Berlin-Nordosten der Kleingärtner" e.V. im "Reichsbund Deutscher Kleingärtner" e.V. in Berlin-Nordend g e ä n d e r t .

 
im § 2 Abs. 1 der Satzung der Vereinsgruppe heißt es 

   -"Der Kleingärtnerverein erstrebt im engsten Zusammenwirken mit den örtlichen Dienststellen der Partei, der staatlichen Verwaltungsbehörden und der Gemeindeverwaltung, des Reichsnährstandes (Ortsbauernführer) sowie sonstiger Organisationen des deutschen Kleingartenwesen in jeder Weise zu fördern, sowie die Kleingärtner seines örtlichen Bereiches zu beraten und zu betreuen."


 
Und im § 2 Abs. 2. der gleichen Satzung weiter  

   -"Der Kleingärtnerverein hat die Aufgabe: a) den Gedanken der Kleingartenbewegung und die Erkenntnis ihrer staatspolitischen und insbesondere sozialpolitischen Bedeutung durch Wort und Tat zu vertreten und zu fördern."

Vereinsgruppenführer wird  Georg Rojahn



 
   - Beginn des 2. Weltkrieges
__________
1940    
Rosenthal wird bombardiert erste Bombeneinschläge auch in der benachbarten Kleingartenanlage "Einigkeit"
 
__________ 
1945  
Die Front der Roten Armee erreicht , von Blankenfelde kommend, am 22. April die Kleingartenanlage.

E P I S O D E  :
 
Eine beherzte Gartenfreundin, Frau Wirth, bei Kriegsende in einen Garten im Maxweg wohnend , rettete 5 Jungen im Alter zwieschen 13 und 15 Jahren aus dem "letzten Aufgebot" vor dem sicheren Tod als Folge der letzten Kriegshandlungen.



 

















         Impressum                    Gästebuch                 Kontakt/Anfrage